Stille

Ah, was soll ich sagen? Wie soll ich ausdrücken, was in mir los ist?
Gleichzeitig so laut und doch so still.

Die meisten von euch haben mitbekommen, dass ich schwanger war und wir unser Kind verloren haben. Wir haben um diese Schwangerschaft gekämpft und doch verloren.
Und natürlich habe ich darüber nachgedacht, mich wie üblich lang und breit hier auf meinem Blog darüber auszulassen. Meine Gefühle niederzuschreiben.
Aber im Moment fühlt es sich hier nicht mehr nach Heimat an.
Ich lege mein Herz, meine Gedanken offen vor euch hin, als würde ich in ein privates Tagebuch schreiben. Und das tut mir gut. Tat mir gut.
Die meisten von euch kenne ich nicht, einige habe ich schon das ein oder andere Mal getroffen, und ein paar wenige sind Familienangehörige und Freunde. Und genau um diese letzten beiden geht es mir.
So oft schreibe ich hier über Verurteilung, Vorurteile und Verletzungen.
Aber ich fühle mich nicht gut dabei, dass eben diese Menschen, die mir eigentlich nahe sind, so vieles von mir nur über diesen Blog erfahren. Das Meiste davon würde ich ihnen nie persönlich erzählen, weil ich mich oft für meine Gefühle schäme, oder ich damit vielleicht deren Blick auf mich verschieben würde, weil ich nicht will, dass sie sich Sorgen machen oder vielleicht sogar nicht ernst nehmen. Über mich reden.
Sich vor völlig Fremden zu öffnen fühlt sich für mich viel besser an.
Komisch, oder?

Ich würde gern anonym bloggen, das erlaubt das deutsche Gesetz aber nicht einfach so.

Also muss ich mir jetzt überlegen, was hieraus wird. Wie es weiter geht.
Höre ich ganz auf?
Starte ich einen Tagebuchblog, der aber vielleicht nicht gaaaanz so tiefgründig wird?
Schwenke ich zu meinen anderen Hobbies und berichte darüber, also Backen, Kochen und Nähen?
Keine Ahnung. Wirklich nicht.
Eigentlich möchte ich nicht ganz aufhören, viele meiner Gedanken schreibe ich aktuell bei Instagram nieder udn ich Freude daran.
Ich sehe die Zukunft meines Schreibens also so gar nicht klar.

Deswegen sage ich nun erst einmal ‚Machts gut‘!

 

 

Bewusst schreibe ich es ganz an den Schluss:
Ich habe die Fehlgeburt dennoch verbloggt, eine ganz ganz tolle Frau hat meinen Gedanken und Worten Heimat gegeben, und dafür bin ich unendlich dankbar. Es hat mir gut getan, meine Gedanken und Erinnerungen zu sortieren und in Worte zu fassen, aber bitte, lest es nur, wenn ihr es auch verkraften könnt. Wenn euer Herz offen für mich ist. Und falls du, lieber Leser, mich persönlich kennst und vielleicht sogar liebst: Es wird weh tun. Also überleg es dir. Du musst das nicht lesen. Und wenn du mich fragst, dann erzähl ich dir auch persönlich von meinen Erfahrungen. Es wär mir sogar eine Freude, denn dann wärst du da, um mir den Trost zu spenden, den ich noch immer dringend brauche.
Lange Rede, HIER gehts zum Geburtsbericht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.