short story long

viel zeit ist vergangen seit meinem letzten blogpost.

was soll ich sagen? ich habe fast ein jahr zwischen himmelhochjauchzend und zu tode betrübt verbracht.

eine schwangerschaft war in meiner vorstellung immer etwas wundervolles, romantisches, etwas zum genießen. leider war das in meinem fall nicht so, ich wurde eines besseren belehrt. natürlich ist es ohne frage ein wunder, das da geschieht und es ist kaum zu glauben. ich habe gespürt, wie da ein kleines lebewesen, so erwünscht auf dieser welt und in unserem leben wie nur möglich, in mir heranwächst.

auf der anderen seite haben umstände wie schwangerschaftsübelkeit, schwangerschaftsdiabetes bis hin zur völligen unbeweglichkeit auf grund schlimmer rückenschmerzen dafür gesorgt, dass jeder tag der neun monate gefühlt einer zu viel war. ich durfte nicht mehr arbeiten gehen und habe zeitweise sehr allein in unserer wohnung gesessen und mir einfach gewünscht, dass es bald vorbei wäre. ein bisschen war es auch schwierig für mich zu glauben, dass da WIRKLICH ein kind in mir lebt.
und dann war es so weit: unser kleines krümelchen ist in unsere welt getreten.
all die klugen ratschläge, all die theorien die man für andere eltern übrig hat, wie kinder zu erziehen seien und wie das leben mit baby funktionieren kann, werden in wenigen tagen über bord geworfen.
mein resume nach fast 12 wochen: NICHTS ist planbar, und kein kind ist wie das andere. nun sind wir diejenigen, die von kinderlosen paaren ratschläge bekommen ( sicher meist gut gemeint) und nur müde darüber lächeln können. das, was in der vorstellung so gut klappt, lächelt unser krümelchen weg und verlangt dann laustarkt nach milch, pampers oder einfach nur nähe (obwohl man doch bereits mantel und schuhe an hat und grade los wollte).

es ist eine tolle erfahrung, die wir da grade machen. und erst jetzt begreifen wir, dass unser leben nun auf dauer, ohne rückkehr, völlig unplanbar neu sortiert wurde….vom wundervollsten wesen, das mir je begegnet ist. und nie hätte ich mir vorstellen können, dass man einen anderen menschen so sehr lieben kann. ich dachte, ich wüsste, wie sich tiefste liebe anfühlt und wurde nun eines besseren belehrt.
und bin unendlich dankbar dafür.

ich denke, all die vielen worte können doch nicht ausdrücken, was eine mutter fühlt. deswegen bin ich nun einfach still…

                                                                                                                                       deine lila

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