Oh, du wundervolle Fremdsprache

Mama, Iiiilch!“ Ja, guten Morgen, Krümelmädchen, ich hab verstanden. Du schlägst deine Augen auf und möchtest sofort deine Milch. Kein Problem. Aber wirf deinen Schnulli nicht zu weit weg. Sonst suchst du ihn wieder, „Alli, Alli!“ rufst du dann! Ja, okay. Vermutlich liegst du mit deinem „Bobbo“ drauf.

Während du deine Milch trinkst, stehe ich auf und gehe ins Bad. „Mama Dad!“ bestätigst du, wie fast jede meiner Handlungen im Moment.

Nachdem wir uns beide endgültig aus dem Bett geschält haben, läufst du vor mir her in die Küche. „Lale Anger, Neni Anger!“ und weiter ins Wohnzimmer „Sisch Anger!“ Zu gut deutsch: Katze, Leni und Fisch haben Hunger, müssen jetzt dringend etwas zu Essen bekommen. Für Leni gibt es „Gogu“ , denn ohne deinen Joghurt startest du nicht in den Tag. Achja, und „Neni Gage!„, will heißen, Leni möchte etwas trinken. Bestimmt ein „Asser„.

Nach dem Frühstück spielen wir ein wenig mit deinem „B-b-lall“ oder fahren „Obbika“ durch den langen Flur. Mit deinem neuen „Ahrra“ möchtest du noch nichts zu tun haben, vier Räder sind dir lieber als zwei. Und aus dem Kinderzimmer dudelt deine heißgeliebte „Biiiiek“ , immer noch die CD von Tafiti. „Tiddi, Wau“ und „Aupi“ sitzen auf dem „Fofa“ und gucken unsrem bunten Treiben zu.

Wenn du müde bist, willst du „api„, wenn nicht, bist du „ach„. Api, weil wir im Spiel gern das Schnarchgeräusch nachmachen und du das als api wiedergibst. Eins der wenigen, außergewöhnlichen Wörter, deren Werdegang ich nachvollziehen kann.

Im Bett gibts immer ein „Uch“ zu lesen, mir fällt grade auf, dass du den ersten Buchstaben eines Wortes total gern unter den Tisch fallen lässt.

Nach deinem Mittagsschlaf kommt Papa mit dem „Ato“ nach Hause, wir ziehen dir „Hose‘, ‚Obiteil“ und „Suh“ an, raus in die Sonne!

Hui!!“ und „Hui!!“ (Rutsche und Schaukel ;-D) magst du auf dem Spielplatz am liebsten.

Wenn du nach Hause willst, rufst du „Ato, Lale!“ , die Katze bedeutet für dich offensichtlich Heimat. Süß irgendwie.

Vor dem zu Bett gehen gibts manchmal „dusch“ , manchmal „Dad“ , je nach Lust und Zeit.

Außerdem wieder „Ilch“ und weil Papa dich ins Bett bringt, bekomme ich bestimmt ein Dutzend „Umma“ , herrlich nasse Knutscher. „Lieb“ sagst du manchmal, wenn ich dir sage, dass ich dich liebe und „Tiiiiss“ winkst du mir.

Du, mein kleines Wunder, das neben all diesen herrlichen Wörtern jeden Tag Neues nachplappert, ich muss echt mein Mundwerk zügeln 😀 „Alter!!“ sprichst du kürzlich einem Restaurantgast nach, der Lacher des Abends!

Nie habe ich geglaubt, dass ich ein kleines Kind mal so gut verstehen würde. Meine Mama-Superkraft: Aus dem merkwürdigsten Kauderwelsch die wichtigen Wörter rausfiltern und verstehen.

Und eines Tages, da werden wir uns mit all diesen schönen Wörtern Geschichten erzählen, streiten und die Welt erklären, bis mir die Ohren bluten. 

Ich freu mich drauf!!

deine Mama

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