nicht nur rosarot – von der seele geschrieben

puh.
Lang hab ich hin und her überlegt. diesen Post geschrieben, gelöscht, neu geschrieben und als Entwurf gespeichert um eine Nacht darüber schlafen zu können. Aber ich möchte mir das gern von der Seele schreiben.

Ich bin jetzt Mama. das ist die Erfüllung eines Lebenstraums für mich, einfach wunderschön und unheimlich spannend.
Seitdem lese ich auch sehr gern eine Menge Mamablogs, hole mir Ratschläge, erweitere meinen Horizont, bilde mir Meinungen oder amüsiere mich einfach sehr dabei.
 -und jaaaaaa…..meine Handarbeit ist etwas eingeschlafen, das Fotografieren der Werke erst recht. vielleicht werd ich jetzt auch lieber Mama-Bloggerin 😉 –
Was mir auffällt: viele dieser Blogs malen die Welt irgendwie rosarot und unbeschwert. 
Ich bin von Natur aus eine Person, die alles irgendwie schwärzer sieht als andere, schneller bedrückt oder mutlos ist. Das weiß ich wohl und dennoch glaube ich, dass ich mit meinem Eindruck nicht falsch liege.
Natürlich lese ich viele Dinge, die ich bei uns wiedererkenne. und es gibt Blogs, die ich wirklich liebe. (zum Beispiel aktuell den vom runzelfüßchen
Aber es gibt auch solche, die ich schnell wieder schließe.
Ein Kind zu haben scheint dort easy zu sein. Bloggen, arbeiten, gute Fee und Ehefrau sein, Kinderbetreuung und die völlig korrekte Erziehung erscheint dort die leichteste Aufgabe ever (wann schlafen diese Frauen?!?)

Aber ist das immer so?
Ich persönlich hatte zum Beispiel lange mit dem Erlebnis “Geburt” zu kämpfen und habs manchmal immer noch nicht ganz verkraftet. wie auch? Nie gekannte Schmerzen, stundenlang schwankend zwischen schlimmer Angst und unfassbarer Vorfreude, gefangen in einer Situation aus der man nicht entfliehen kann und auf die man doch so lang hingefiebert hat. Oder hatte ich einfach eine besonders prägende Geburt? Manchmal lese ich nämlich auch von der Geburt als wundervolles Erlebnis. naja. dem kann ich nur so halb beipflichten…

Und ja: Mein Krümelchen ist ein Grinsekind, wenn auch ein lautes. Sie schläft seit der 5. Woche durch und ist relativ pflegeleicht.
Dennoch gibt es Tage, an denen ich einfach nicht mehr kann und mag. Da möchte ich nicht ins Bett gehen, einfach um die Routine des nächten Tages hinauszuzögern. Da wünsche ich, mein Baby würde aufhören, ihre Stimme so laut zu trainieren. oder sie würde sich auch einfach mal eine halbe Stunde sich mit sich selbst beschäftigen können. Manchmal ist das Fass einfach übergelaufen und ich muss raus, Weg aus dem konstrukt “Familie“, das ich mir aber doch so lange gewünscht habe. Um ganz ehrlich zu sein vermisse ich Mann und Kind aber auch nach kürzester Zeit schon. Trotzdem. manchmal glaube ich, wenn ich jetzt keine Pause bekomme, komm ich nie wieder hoch. 
Darf man das, als Mutter, Ehefrau? Darf man einfach manchmal “keinen Bock” mehr haben?  

Und der Haushalt…..ach, reden wir nicht drüber. zumal wir nun auch noch mitten im Umzug stecken.

Außerdem hat das Leben mit Baby (natürlich) ziemlich viel verändert. das ist nicht so richtig schlimm, aber auch nicht immer schön. Mein Leben mit meinen Freunden hat sich zum Beispiel sehr reduziert und ich vermisse es. Gemeinsam zusammensitzen und belangloses Zeug reden. Oder einen ganzen Abend singen. Statt dessen sitze ich viel allein mit der Kleinen zu Hause (leider ohne Auto wenn der Mann arbeitet). Und unser Hauptgesprächsthema ist eben einfach unser Kind. Muss man das abstellen können? Vielleicht lernen wir das ja eines Tages oder haben einfach nicht mehr so unglaublich viel übers Baby zu erzählen. Ich glaub ja nicht dran 😀
Ich will damit sagen: Die Welt mit Baby ist nicht immer rosarot. Es braucht Zeit, sich neu einzupendeln, Neue Rhythmen zu finden und diese neue Person zu werden, Diese “Mama“, und man konnte vorher nicht mal üben 😉

Ich will mich darin üben, etwas positiver zu sein. Gleichzeitig habe ich mir aber auch vorgenommen, mich nicht unter Druck zu setzen und nicht so sehr beeinflussen zu lassen. Mama-sein ist nicht immer nur toll. Die Menschen berichten bloß lieber von den schönen Seiten. natürlich! Denn auch davon gibt es eine Menge!!

Nach dem Umzug werde ich mir eine Krabbelgruppe suchen. “Echte” Mamas im wahren Leben, Erfahrungen austauschen und mich gut fühlen beim ewigen Baby-talk.
Hoffentlich.

Abschließend: Das liest sich vielleicht ein wenig schlimmer als es ist. Wer mich nicht kennt, hat jetzt vllt ein schräges Bild von mir. Deswegen betone ich es nochmal: Ich war nie glücklicher als als Mutter. Ich liebe meine Familie. 
Ich tu mich nur etwas schwer mit überperfekten Menschen, da bekomme ich sofort ein schlechtes Gefühl.

In diesem Sinne krabbel ich zu Mann und Krümelchen ins Bett,
Gute Nacht und danke fürs Lesen

                                                                                                                                      deine lila <3

2 thoughts on “nicht nur rosarot – von der seele geschrieben

  1. Jetzt bin ich auch mal auf deinem Blog gelandet, von Helena-Mutti zu Helena-Mutti sozusagen. Einen schönen Text hast du da geschrieben! Bei mir ist auch nicht immer alles rosarot. Ich bin genervt, völlig übermüdet, unterfordert, überfordet, vermisse meine Freiheit, bin manchmal abends noch ungeduscht und so weiter. Du bist also nicht alleine (und mit uns viele viele Mamas auch nicht). Man muss glaube ich – wie du schreibst – immer im Hinterkopf haben, dass die Blogs und Insta-Profile, auf denen alles so leicht und schön scheint, auch nur einen Teil ihres Lebens zeigen. Ist ja auch ok, ich poste auch nicht gerade mein Bad-Hair-Day-Bild, hihi.
    Ganz liebe Grüße an dich,
    Daniela

  2. Liebe Lila,

    ich glaube, nein, ich bin davon überzeugt, dass du mit deinen Gedanken nicht allein bist. Alle Eltern werden irgendwann an ihre Grenzen kommen und sich kurz eine Flucht wünschen. Denn das Leben mit Kind IST anstrengend. Es ist, wie du selbst auch schreibst, aber auch wunderschön. Und ich glaube, es erwartet auch niemand, dass man immer alles toll findet. Nichts, nichts auf dieser Welt ist immer rosarot. Dennoch glaube ich, dass sich das Leben mit Kindern mit einer gehörigen Portion Humor leichter gestalten lässt. Und, ganz wichtig: Austausch mit anderen. Zu erfahren, dass man nicht allein ist, dass es eben ganz vielen so geht, hilft ungemein. Also auf, such dir eine Mutter-Kindgruppe, sprich Frauen mit Kindern im ungefähr gleichen Alter an, verabrede dich. Allein, nur mit Mann und Kind fehlt doch ein bißchen der Austausch und das "Dampf ablassen". Das muss aber mal sein. Und wenn du so schnell niemanden findest, dann muss halt der Blog noch ein wenig herhalten. 🙂

    Vielen Dank für das Lob. Ich habe mich WIRKLICH sehr darüber gefreut! Und das, obwohl mein Thema ja auch das schöne Leben mit Kind ist.

    Liebe Grüße,

    Andrea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.