Freilichtmuseum Hessenpark mit Kindern

Ich erinnere mich schon als Kind mindestens ein Mal mit der Schule im Freilichtmuseum Hessenpark im Hochtaunuskreis gewesen zu sein. Gelebte, regionale Geschichte, zum Anfassen, plus jede Menge Bewegung und Frischluft, ideal für einen lehrreichen Schulausflug. Ich weiß noch genau, dass ich staunend vor der Mühle stand,  schon damals mein Lieblingsgebäude. Und welcher Hesse hat noch nie von ‚Hessischen Mann‚ im Bezug auf Fachwerkhäuser gehört? Ein Klassiker.

Jahre später haben mein Mann und ich den Hessenpark neu für uns entdeckt. Ob einfach so für lange Spaziergänge oder um die Märkte auf dem großen Marktplatz zu besuchen. Das Highlight war eine nächtliche Führung, die uns viel Spaß gemacht hat.

Nun suchen wir jedes Wochenende neue Ausflugsziele mit unsrer kleinen Tochter. Viel laufen oder aber alte Häuser besichtigen ist zugegebenermaßen auf den ersten Blick nichts für ein nicht mal zweijähriges Kind. Allerdings bietet der Hessenpark immer neue Events, letztes Wochenende fand ‚Tierisch hessisch‚ statt. Es sollten Nutztiere bei der Arbeit bestaunt werden können, ein Markt mit regionalen Anbietern und natürlich das Freilichtmuseum an sich.

Zusammen mit einer befreundeten Familie haben wir also unsre sieben(hundert) Sachen gepackt, ein Stoßgebet zu Petrus und los gehts.

Insgesamt vier Erwachsene, vier Kinder (22 Monate, 2 Mal 26 Monate und 5 Jahre), ein Bollerwagen, ein Joggerwagen und ne Menge Proviant fielen also bei erstaunlich gutem Wetter im Hessenpark ein und wollten unterhalten werden.

Neun Euro Eintritt pro Erwachsener (etwas mehr als normal wegen Sonderveranstaltung) und das Kind gratis sind tragbar, schließlich gibt es keine Zeitbegrenzung und man kann sich ja selbst versorgen, wenn man mag. Als erstes betritt man die ‚Baugruppe Marktplatz‚.  Dort kommt man übrigens an normalen Tagen auch gratis hin, es gibt Gaststätten und Einkaufsmöglichkeiten, sogar eine richtige Uhrmacherschule.

Der Weg führte von dort in Richtung ‚Baugruppe Mittelhessen‚, wo der Hauptteil des angekündigten Marktes zu finden war. Erdbeeren, Spargel, regionale Biomilch, frische Chips, Honig, natürlich Bratwurst und Co., Kinderschminken, Infostände, Korbflechter, Drechsler…wirklich alles was das Herz begehrt. Aber eher das Erwachsenenherz.

Zwischendrin immer wieder kleine Vorführungen….man konnte beim Schafe scheren zuschauen, das Korbflechten selbst probieren, dem Schmied über die Schulter gucken. Das immerhin war total spannend für unseren Fünfjährigen, der außerdem voller Elan in jedes Haus reinschauen wollte. Wann darf man sowas schon mal im normalen Leben 😉 Also waren drei von uns Eltern permanent damit beschäftigt, die kleinen Springer zufrieden zu stellen und einer ging mit dem ältesten Spross staunen. Für ihn war das ideal, er hatte eine riesen Freude dabei. Die Kleinen beguckten sich vor allem die kleinen Tiere gespannt. Ziegen, Schweine, Hühner, Hasen und und und…die kann man sich allerdings auch im normalen Betrieb des Hessenparks anschauen.

Für große Augen bei allen Kindern sorgten die unzähligen Kaltblüter und Kühe (MIT Hörnern, wie sichs gehört ^^), die durch die Straßen geführt wurden und Pflüge und anderes Arbeitsgerät hinter sich her zogen. Auch eine Pferdekutsche und ein Ziegengespann konnte immer wieder bestaunt werden.

Hier, in der ‚Baugruppe Mittelhessen‚ gibt es ausreichend viele Tische und Bänke für ein ausgiebiges Picknick, die Gelegenheit haben wir direkt genutzt. Gleich nebenan ein großer Spielplatz. Die Kleinen waren interessierter an Wassermelone, Gummibärchen und Brioche, der Große war von Anfang bis Ende des Picknicks kaum zu sehen. Der erkundete erfolgreich die Spielgelegenheiten.

Frisch gestärkt steuerten wir zielstrebig auf die Mühle zu, die in der ‚Baugruppe Nordhessen‚ steht. Normalerweise wohnen auf der Wiese drumherum ein paar Esel, die habe ich leider vermisst, die mag ich so gern. Aber seis drum, Mühle bleibt Mühle. Wunderschön. Außerdem ist hier ein Gutshaus mit Ställen und Scheunen zu besichtigen. Am Sonntag konnte man die Kinder im Hof reiten lassen, für unsre aber auch noch nicht geeignet.

Bis hierhin waren wir etwa den halben Rundgang gelaufen. Mit Picknick und Besichtigungen waren wir aber schon bestimmt zwei Stunden unterwegs. Also umgedreht, Rückweg. Nun haben wir uns die Zeit genommen, Honig zu verköstigen, frische Chips zu kaufen, ein Stück frisch geschorenes Schaffell abzugreifen und überhaupt den Markt zu genießen. Kurz vor Schluss suchten wir uns noch eine Bank, die frischen Chips wollten verzehrt werden und ebenso 1kg frische Erdbeeren, die EIGENTLICH den Weg nach Hause finden sollten. Guter Witz 😀

Zu guter Letzt noch ein paar Kleinigkeiten in den am Marktplatz gelegenen Geschäften geshoppt und ab nach Hause. Inzwischen war es schon nach 16 Uhr.

Hier hast du einen kleinen Einblick in unsren Nachmittag:

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Mein Fazit:

Für interessierte Erwachsene ist das Freilichtmuseum Hessenpark sowieso eine absolute Empfehlung. So viele klassische Handwerker,  ein Blick in die Vergangenheit erhaschen, ich persönlich liebe das. Und auch der fünfjährige Bub hatte eine Menge Spaß. Kritisch ist zu sagen, dass man viele Gebäude mit Kinderwagen nicht so einfach besichtigen werden können, allerdings es gibt auch zahlreiche ebenerdige Sehenswürdigkeiten. Aber es ist und bleibt dennoch ein toller Ort für ausgedehnte Spaziergänge in traumhafter Umgebung. Übrigens herrscht im kompletten Museum Rauchverbot. Für uns gilt abschließend: immer und immer wieder gerne!

Das Freilichtmuseum Hessenpark war kürzlich in den Medien, weil es Flüchtlingsgruppen freien Eintritt gewährt. Eine Reihe besorgter Bürger hatte natürlich etwas daran auszusetzen. Ich persönlich finde das wundervoll. Es gibt so viel deutsche Kultur und Geschichte dort zu betrachten und zu erleben, ein wichtiger Baustein für eine gelungene Integration.

Wenn du die Gelegenheit hast, dann nimm dir einen Tag Zeit und genieße die kleine Zeitreise. Es lohnt sich!

deine Lila

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