Das Schicksal der zweiten Geige – wie es weiter ging

Fast genau 5 Monate ist es nun her, dass ich diesen Beitrag schrieb.
Ich war wütend, hatte Herzschmerz, hab geweint und mich selbst dafür verflucht. Aber, und das freut mich immer noch sehr, ich habe von den Lesern wirklich tolles Feedback bekommen. Viel Verständnis, richtig viele Mamis UND Papis, die meine Gefühle verstehen konnten und sogar geteilt haben und so viele ermutigende Worte. DANKE!

Jetzt möchte ich etwas zur aktuellen Situation schreiben.


In diesen fünf Monaten hatte mein Mann drei Urlaube, das war ja damals der primäre Auslöser für die plötzliche Papa-Versessenheit. Aber, oh Wunder, inzwischen ist deutliche Entspannung eingetreten.
Helena ist und bleibt ein Papakind. Denn sie lernt, je älter sie wird, immer schneller, bei wem was ‚zieht‘. Und Zian ist natürlich weiterhin nachgiebiger, geht seiner Prinzessin bei jedem kleinen Problem zur Hand, kurz: er lässt sich prima um den süßen kleinen Finger wickeln. Das ist nicht schlimm, es sei ihm gegönnt, ist nur manchmal anstrengend.
Immer noch werde ich recht häufig weggeschoben, wenn sie grade auf seinem Arm ist. Und immer noch sucht sie häufiger Trost bei ihm als bei mir. Und ja, wenn er Urlaub hat, dann rutscht mein Status noch ein bisschen weiter ab.

Jetzt folgt das große, versöhnliche ABER:
Ich spiele die zweite Geige nicht mehr in Moll, sondern in Dur 😉
Unsere Zeit zu zweit, nur Mutter und Tochter, ist wieder so innig wie schon lang nicht mehr. Sie lacht mit mir, kuschelt mich, sucht meine Nähe und zeigt mir wie mutig sie die Welt erobert. Ich bekomme Küsse, sie erklärt mir in ihrem eigenen, unfassbar süßen Kauderwelsch ihre Welt, lässt sich voll Freude jeden Tag etwas Neues beibringen. Manchmal kann ich gar nicht glauben, wie nah wir uns sind. Das fühlt sich ein bisschen an wie frisch verliebt! 
Und dann, wenn ich den Schlüssel im Schloss höre flüstere ich ihr zu „Huch! Wer kommt denn da?!?„, sie jauchzt „PAPA!!„, lässt alles stehen und liegen und rennt ihm in die Arme
Das kann ich sehr, sehr gut akzeptieren. Ich liebe, wie überschwänglich sie ihn liebt, wie schlimm wäre es, wenn es anders wäre
Und ich möchte betonen, dass ich auch schon in meinem vorangegangenen Beitrag keinesfalls missgünstig meinem Mann gegenüber war! Jede Sekunde, jeden Kuss von seiner Tochter, jedes bisschen Nähe habe ich ihm gegönnt. Ich konnte bloß ihre Schläge, das Schubsen, die totale Abneigung mir gegenüber nicht ertragen.

Heute haben wir einen schönen, für mich angenehmen Weg gefunden. Ich WEIß, dass sich dass immer wieder ändern wird. Mal in meine, mal in seine Richtung. Aber wir haben diese schwere Zeit durchgestanden und ich weiß nun, dass es wieder besser wird. Immer
Sie ist unser erstes Kind, es gab und gibt so viel zu lernen. Und mit jeder neuen Lektion bin ich stärker, klüger und zuversichtlicher, dass alles gut so ist, wie es ist.
Und genau das möchte ich dir auf den Weg geben.





Auf bald,

                                                                                                                                                                                                                deine Lila


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